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Wo/Warum/Wem/Wann?

Wo: Nepal.

WARUM/WEM/WANN:
1976-77 reiste der Waliser David Durkan durch Europa, die Türkei, den Iran, Afghanistan, Pakistan, Indien und Nepal. Entlang seiner Route sah er ausländische und einheimische Hilfsprojekte und gewann den Eindruck, dass sie mit geringem Aufwand verbessert werden könnten. Seine Idee wurde in Nepal in die Tat umgesetzt, als er seinem Träger dabei behilflich war, ein eigenes kleines Unternehmen zu starten. Als dieses später erfolgreich war, zahlte der Träger seinen Kredit zurück. Alle lernten etwas daraus.

1979/80 kam David als Reiseleiter nach Nepal zurück und spendete 30 bis 50% seiner Einkünfte verschiedensten Projekten. Erst war es ein Dach für die Schule, dann das Lehrergehalt, später ein Küchenherd, der weniger Holz verbrauchte. Die Himalayan Rescue Association erhielt einen GAMMA BAG (Einsatz bei Höhenkrankheit), Medikamente, Schulbücher..... die Liste wurde länger.

1985 führte er eine Trekking-Gruppe zum Everest Base Camp und traf Karma Gjelgen Sherpa, der gemeinsam mit Freunden damit begonnen hatte, eine Schule in ihrem Dorf Syangma-Tati zu errichten, aber nun fehlte Geld und das Projekt war ins Stocken geraten. Nach unzähligen Tassen süßen Tees und vielen Bechern mit Chang (Bier), einigten sie sich darauf, gemeinsam eine Schule zu bauen.

Der Plan: Das Dorf sollte das Grundstück bereitstellen, das Fundament fertigstellen und die Steine für den Bau vom nahen Hügel abtragen. David sollte dann zurückkommen und "den Rest erledigen".

Sie tranken noch mehr Chang und wurden sich einig. Sechs Monate später lag in Davids Briefkasten in Norwegen eine Postkarte:

“Alle Steine ausgegraben. Wann kommst du nach Nepal? Bald, ja?”

Als in jenem Herbst seine Trekking-Gruppe heimgereist war, erwarb er in Katmandhu 250 Kilo Material; zum Decken des Daches und Fensterscheiben. Er engagierte einen Maurer, und mit einem normalen "Linienbus" wurde alles nach Jiri verfrachtet, von wo aus er sich mit 10 angeworbenen Trägern auf den 8-tägigen Fußmarsch nach Syangma-Tati machte. Sechs Wochen später war die Schule fertig.

Warum brauchte man eine Schule in Syangma-Tati? Vor 20 Jahren lag die nächste Schule einen 2-stündigen Fußmarsch entfernt, und der Weg war teilweise sehr schlecht und gefährlich. Aus diesem Grund gingen die Kinder erst in Alter von zehn oder zwölf Jahren zur Schule. Das bedeutete aber, dass sie hinsichtlich der Schulbildung drei bis fünf Jahre im Rückstand waren. Hinzu kam, dass in der Regel weder Mädchen noch Kinder ärmerer Familien zur Schule gingen. Durch den Bau der Landebahn in Lukla entwickelte sich dort der Tourismus schnell weiter, ausländische Hilfsprojekte kamen und der Handel brachte bescheidenen Wohlstand in dieses Gebiet. Die Menschen von Syangma-Tati profitierten jedoch nicht von dieser Entwicklung; ganz im Gegenteil! Sie fielen noch weiter zurück.

Karma verstand die Situation. Sein Ziel war es, eine Schule zu errichten, so dass Kinder die Möglichkeit hatten, die ersten drei Klassen im Dorf zu besuchen, um dann anschließend mit altersgerechtem Ausbildungsstand nach Lukla gehen zu können.

Heute, 20 Jahre später, besitzen die Kinder einen guten Bildungsstand. Einige von ihnen sind als Bauern im Dorf geblieben, einige arbeiten in der Touristik- oder Expeditionsbranche, andere studierten und der eine oder andere wanderte sogar in die USA aus. Als Gegenleistung haben sie etwas für die Entwicklung des Dorfes getan. Einige, die in Colorado leben, finanzierten eine neue Brücke, welche die zwei Talseiten miteinander verbindet (Siehe Photo).

Zeit verging. Der Wind fegte das Dach der Schule fort, die Dorfbewohner reparierten es, neue Lehrer kamen, das Dorfleben ging weiter. David unternahm Trekking-Reisen, kletterte und arbeitete an anderen kleinen Projekten. 20 Jahre später traf Davids Sohn Filip (15) Karmas Sohn Phurba, und Phurba sagte:

“Unsere Väter bauten keine gute Schule – das Dorf braucht eine neue.”
(Alte Schule: dunkel, eng, feucht und kalt).

Freunde halfen..Die norwegischen Polar-Forschungsreisenden Bjorge Ousland und Ragnar Lien veranstalteten eine Diaschau über ihre Expedition zum Nordpol - alle Einnahmen gingen an die Schule, und Davids Arbeitsgeber, Bergans of Norway, spendete einen Geldbetrag gleicher Höhe. Phurba erstellte das Design für die Schule und startete das Projekt. Uttam Phuyal, Präsident des "Lions Club of Katmandu Sukunda", übernahm unentgeltlich das Projektmanagement. Der Maurermeister Ram Prasad Thapa Magar und 20 Arbeiter wurden angestellt, und aus jedem Haushalt arbeitete jemand ohne Bezahlung bei diesem Projekt. Der Baugrund wurde geebnet, das Fundament gelegt und Steine für die Mauern vom Berg abgetragen. Die Dorfbewohner bauten die alte Schule Stein für Stein ab, sortierten das Material, so dass fast alles wiederverwendet werden konnte. Uttam erwarb 755 Kilo Material um das Dach decken und neue Fenster einsetzen zu können. Yeti Air transportierte alles nach Lukla, und einheimische Träger trugen das Material vor Ort - acht Wochen später stand die Schule.

Während alle arbeiteten, ging David mit drei Trägern auf eine 35-tägige Tour von Taplejung zum Kangchenjunga, entlang der Grenze in Richtung Makalu und schließlich wieder südwärts nach Tumlingtar. In dieser Zeit wurde aus Shrinking Horizons eine Organisation: "Es reicht nicht aus etwas aufzubauen; wir brauchen Kontinuität". In Kathmandu zurück, ernannte er Uttam Phuyal zum Manager der neuen Organization. Innerhalb weniger Wochen tauchten andere Projekte wie aus dem Nichts auf - und Freunde sagten ihre Unterstützung zu.